2.1.2.1 Geschichte der Stadt
Kamakura war während der Heian-Zeit von 794 bis 1185 Hauptstadt der Region Kanto. In der Zeit von 1185 bis 1333 sogar Hauptstadt Japans.
Die Region Kamakura war das Herrschaftsgebiet der Minamoto Familie, daher verwundert es nicht, dass Minamoto Yoritomo seinen Regierungssitz in Kamakura aufschlug. Die neue Stadt errichtete sich um einen bedeutenden Familienschrein, den Motohachiman. Nach der Kamakura-Zeit verlor die Stadt jedoch an Bedeutung und der Sitz der Regierung wurde nach Kyoto verlegt.
2.1.2.2 Die Stadt heute
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Die geschichtsträchtige Stadt bietet Touristen 65 Tempel und 19 Schreine als Ausflugsziele sowie schöne Wanderwege. Da Kamakura für Buddhisten eine heilige Stätte ist, wurden dort im Laufe der Jahre die zahlreichen Tempel gebaut, aus diesem Grund wird die Stadt auch als Kyoto des Ostens bezeichnet. Da Kamakura nur eine Bahnstunde von Tokio entfernt ist, ist es ein ideales Ziel für einen Tagesausflug. Wie die meisten japanischen Städte auch, gibt es in Kamakura ebenfalls zahlreiche Restaurants und andere touristische Einrichtungen. Ein Anziehungspunkt nicht nur für Touristen ist der Strand von Kamakura. Hier kann man dem hektischen Treiben der Stadt für einen Augenblick entfliehen und im Sommer die Sonne genießen. Im Meer kann man nicht nur schwimmen, sondern auch surfen.
Berühmt ist die Stadt für eine aus China stammende spezielle Holzschnitztechnik, das Kamakura-bori. Bei dieser Technik werden Objekte aus Holz mit Pflanzenreliefs versehen und mit vielen Schichten von Lack überzogen. Die Hafenstadt wird auch als Künstler- und Schriftstellerstadt bezeichnet, denn hier gedeiht der Kunsthandwerks- und Antiquitätenmarkt.
2.1.2.3 Geographische Lage
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Die Stadt liegt 40 km südwestlich von Tokio und gehört zur Präfektur Kanagawa. Die Stadt ist von Bergen umgeben und erstreckt sich mit einer Fläche von 39,53 km² im Nordwesten der Miura Halbinsel an der Sagami Bucht.
2.1.2.4 Sehenswertes
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Großer Buddha
Die Hauptattraktion der Stadt ist der Große Buddha Daibutsu, der 1252 aufgestellt wurde. Bei der Statue handelt es sich um einen Amida-Buddha, mit einer Größe von 13,5 m. Obwohl er Flutwellen, Taifune, Brände und Erdbeben überstanden hat, wurden ihm Stoßfänger angebracht. Die Proportionen des Buddha sind verzerrt, doch betrachtet man ihn von vorne, scheinen sie ausgeglichen zu sein. Das Perspektivenspiel hat wohl einen griechischen Ursprung.
Hase-dera Tempel
In dem eher schlichten Tempel thront ein elfgesichtiger Kannon, ein Gnaden-bosatsu (buddhistischer Heiliger). Das Schatzhaus des Tempels zeigt Schnitzereien der 33 Wiederggeburten des Kannon aus der Muromachi Zeit, wie auch ein Bild des Gottes des Wohlstandes aus dem Jahr 1421, dem Daikokuten. Gleich neben dem Schatzhaus stehen Sutren Behälter. Man sagt es sei genausoviel wert die Sutren zu drehen, wie sie zu lesen. Auf der Anlage gibt es auch die älteste Glocke der Stadt. Sie stammt aus dem Jahr 1264. Unter ihr liegt ein Saal. Er wird Jizo genannt und ist dem Beschützer der Kinder geweiht. Umgeben ist er von Statuen verstorbener Kinder.
Hokoku- ji- Tempel
Die Gebäude des im Jahr 1334 gegründeten Rinzai-Zen Tempels sind zeitgemäß. Überwältigend ist der Baumbushain und der Steingarten, hier sollte man sich ein paar Augenblicke Zeit nehmen und den schönen Anblick geniessen. Für Besucher ist die Meditation (zazen) sonntagmorgens geöffnet.
Zuisen- ji- Tempel
Bekannt ist besonders der Tempelgarten, der 1327 von dem Mönch Muso Soseki angelegt wurde. Der Garten beheimatet einen Wasserfall, Sand und Felsen. Eine Zen Meditationshöhle ist in einen Felsen gehauen worden.
Sugimoto- dera- Tempel
Dies ist der älteste Tempel der Stadt. Er wurde 734 gegründet und in ihm geht es eher ungezwungen zu. In der Gewölbshalle gibt es drei Statuen des elfgesichtigen Kannon aus Holz. Sie werden von ernsten Wächterfiguren am Tempeltor bewacht.
Engaku- ji- Tempel
In Kamakura gibt es fünf große Zen Tempel. Der Engaku-ji ist der Größte und steht tief in einem Wald. Gegründet wurde er 1282 vom Hojo Regenten Tokimune. Das Meditationszentrum ist seit der Meiji Zeit sehr bedeutend. Es bietet auch öffentliche Kurse an. Der Tempel wurde beim großen Erdbeben von 1923 zum größten Teil zerstört. Nur 17 der über 40 Nebenbauten sind noch erhalten, der behutsame erneute Aufbau konnte den alten Zen Grundriss jedoch bewahren. Eine Hauptattraktion ist der Shariden im Nebenbau Shozoku-in. Es ist Japans prachtvollstes Beispiel für chinesische Zen Baukunst im Sung-Stil. Der Shariden ist nur zu Neujahr komplett zu bewundern, denn an diesem Tag ist der Nebenbau geöffnet. An allen anderen Tagen kann man ihn durch ein Tor besichtigen.
Kencho- ji- Tempel
Der Tempel ist das älteste Kloster für Zen Übungen des Landes. Die 1253 gegründete Anlage verfügte über sieben Haupt- und nicht weniger als 49 Nebenbauten, doch bis auf zehn fielen alle anderen Bränden zum Opfer. Die 1255 aufgestellte Glocke mit einer Zen Inschrift des Gründers steht neben dem beeindruckenden Sanmontor, es ist das Haupttor, das 1783 ohne Verwendung eines Nagels gebaut wurde. Das Heim eines Jizo- bosatsu, der für die Rettung der Seelen von Verstorbenen zuständig ist, ist die Buddha Halle. Im Hatto (Vortragshalle) hinter ihr finden öffentliche Zeremonien statt. Gottestdienste finden im Hojo (Abtsquartier) statt. Zu ihm gelangt man durch das Chinesentor. Zu den Nebenbauten führt eine Allee seitlich des Tempels, eine Treppe geleitet zum Hanso-bo, dem Tempelschrein. Der Teich im hinten gelegenen Garten ist in Form des Kanji- Zeichens angelegt, es steht für Kopf oder auch Herz.
Tokei- ji- Tempel
Dieser Tempel wurde 1285 als Konvent gegründet und ist eher klein. Früher durften sich nur Männer scheiden lassen, doch wenn Frauen drei Jahre hier lebten, konnten sie das auch. Aus diesem Grund hieß der Tempel auch „Scheidungstempel“. Erst ab 1873 durften Frauen eine offizielle Scheidung einreichen.
Im Jahr 1902 wurde der Tokei-ji zu einem Kloster. Die Anlage wirkt durch die Gärten, die sich bis in den angrenzenden Wald erstrecken wie eine Zuflucht.
Zeni- Arai- Benten- Schrein
Geweiht ist dieser Schrein der Göttin der Musik und (Rede-)Kunst Benten. Sie ist auch eine der sieben Glücksgöttinnen der Volksreligion. Da der Tempel verborgen in der Nische einer Steilwand liegt, ist er durch einen Tunnel und mehrere Tore zu erreichen. Vorbei an Glücksbringern und Weihrauch gelangt man zu einer Grotte, das Wasser dieser Grotte soll den Wert des Geldes durch das Waschen des selbigen verdoppeln.
Hachiman- gu- Schrein
Alle Hachiman- Schreine sind dem Gott des Krieges geweiht. Bei diesem Schrein handelt es sich um einen Schutzschrein des Minamoto Clans. Er wurde 1063 am Meer errichtet und im Jahr 1191 an seine jetzigen Standpunkt versetzt. 1828 wurde der Hauptschrein im Edo Stil neu erbaut. Der Weg zum Schrein führt an zwei Lotosteichen vorbei, dem Heike Teich mit vier Inseln und dem Genji Teich mit drei Inseln. Auf dem Gelände befindet sich auch das Nationale Schatzmuseum, das viele Kunstschätze aus den umliegenden Schreinen und Tempeln umfasst.