2.1.3.1 Geschichte der Stadt
Schon ab dem 8. Jahrhundert betrieb Kobe regen Warenaustausch mit Korea und China. Zudem wurden hier einige militärische Konflikte ausgetragen, wie 1184 die Schlacht von Ichi no Tani.
Kobes Bezirk Nada-ku wurde vor allem in der Edo Zeit von 1603 bis 1867 für seine Sake Brauereien bekannt und auch noch heute kommt ein großer Teil des japanischen Sake von dort. Kobe profitierte 1868 als einer der ersten Häfen Japans überhaupt von der Öffnung des Landes für den Handel mit dem Westen. Außerdem gilt die Stadt als Geburtsort des Jazz und des Kinos in Japan.
Auch diese japanische Stadt war Opfer des Zweiten Weltkriegs. Am 17. März 1945 wurde sie durch die Amerikaner bombardiert. Über 8.000 Menschen mussten ihr Leben opfern und auch die Stadt selbst wurde zum größten Teil zerstört.
Erneut beschädigt wurde die Stadt durch das große Hanshin Erdbeben 1995, viele Gebäude mussten erneuert werden, deshalb bietet sich nun in vielen Stadtbezirken ein sehr moderner Anblick. Offiziell zur Stadt wurde Kobe am 1. April 1889 erklärt und im Jahr 1956 bekam sie den Status der Großstadt.
2.1.3.2 Die Stadt heute
nach oben
In der heutigen Stadt leben mehr als 1,5 Mio. Menschen, unter ihnen 45.550 Ausländer mit über 100 Nationalitäten. Die moderne Stadt verfügt über eine der ersten Golfanlagen Japans, die im Jahr 1903 von dem Briten Arthur Gloom errichtet wurde. Die noch heute bestehende Universität wurde 1905 gegründet. Die Stadt hat sich weltweit auch einen Namen als Perlenumschlagsplatz gemacht.
Bekannt ist Kobe darüber hinaus für seine heißen Quellen, das Kobe Rindfleisch und das Luxusviertel Ashiya, der Heimat der wohlhabenden Yakuza. Neben Osaka ist auch Kobe das Zentrum dieser Organisation. Die Yakuza ist eine mächtige Verbrecherdynastie, die illegale Geschäfte kontrolliert. Als Tourist muss man sich jedoch keine Sorgen machen, denn die Mitglieder der Yakuza haben es nicht auf ausländische Besucher abgesehen.
Das Rindfleisch der Kobe Region ist schon seit längerem in der ganzen Welt bekannt. Es gilt als das teuerste Fleisch weltweit und ist eine echte Delikatesse. Das Kobe Rind ist das exklusivste Hausrind der Welt und aufgrund seiner besonderen Aufzucht eine kulinarische Spezialität. Das Fleisch ist dunkelrot, äußerst zart und fein marmoriert. Von allen Rindfleischsorten hat das Kobe Rind den geringsten Anteil an gesättigten Fettsäuren und ist somit sehr gesund. Kann ein Bauer sein Rind verkaufen, hat er sein Einkommen für ein Jahr lang gesichert, denn der Verkauf eines Tieres kann in den sechsstelligen Bereich gehen. Allerdings werden jährlich nur etwa 4.000 Tiere verkauft, da die Qualitätsanforderungen an das Fleisch sehr hoch sind. Jedes Tier muss Qualitätskontrollen durchlaufen. Des Weiteren darf jeder Züchter nur fünf bis zehn Tiere halten. Außerhalb Japans ist dieses Rindfleisch jedoch nicht zu bekommen, da es nicht exportiert wird. Es gibt allerdings Nachzüchtungen aus Europa, Australien und den USA, die Wagyu- Rinder genannt werden. Der Preis für ein Kilo dieses Fleisches kostet in Deutschland ca. 200-300 Euro. Etwas billiger mit 150 Euro pro Kilo sind die Nachzüchtungen, die mit westlichen Rinderarten gekreuzt werden. Das besondere an dem Fleisch des Kobe Rinds ist die ungewöhnliche Aufzucht. Die Rinder werden freilaufend gehalten und bekommen keine Antibiotika oder Wachstumshormone. Ihr Futter besteht aus Kartoffeln, Alfalfa Keimlingen, Rüben und Getreide. Zudem werden sie täglich mit einem Spezialhandschuh bis zu drei Stunden massiert und mit Reiswein besprüht. Dies sorgt für die Bildung einer Fettauflage, die wichtig für die Zartheit des Fleisches ist. Da Rinder an heißen Tagen nicht fressen wollen, bekommen sie täglich bis zu zwei Flaschen Bier zu trinken, das regt den Appetit an. Durchschnittlich braucht ein Kobe Rind bis zu dreimal so lange, um reif für die Schlachtung zu sein, wie ein gewöhnliches Rind.
2.1.3.3 Geographische Lage
nach oben
Kobe liegt auf der Nordseite der Bucht von Osaka und ist eine Großstadt. Sie liegt auf der Insel Honshu und ist zusammen mit Kyoto und Osaka das Herzstück der Kansai Gegend. Kobe ist der Präfekturenverwaltungssitz der Präfektur Hyogo und geht fließend in die Nachbarstädte Ashiya (Osten) und Akashi (Westen) über. Somit ist Kobe ein Teil des großen städtischen Kobe- Osaka- Kyoto- Ballungsraumes.
2.1.3.4 Stadtgebiete
nach oben
Kobe umfasst neun Stadtbezirke.
Der 931 m hohe Rokko Bergrücken teilt das Gebiet in einen eng bewohnten Streifen an der Küste und einen ländlichen Abschnitt im Norden mit den Stadtbezirken Kita-ku und Nishi-ku.
2.1.3.5 Sehenswertes
nach oben
Kitano- cho
Zu Beginn der Meiji Zeit ließen sich in diesem Teil der Stadt Diplomaten und reiche Kaufleute nieder. Noch heute kann man 20 schön erhaltene Häuser aus dieser Zeit besichtigen. Die Häuser heißen Ijinkan. Dabei handelt es sich mit Schindeln gedeckte Steinbauten im klassischen viktorianischen Stil. Dieses Gebiet hat den Ruf sehr modebewusst zu sein. Für zahlreiche Japaner ist er ein gutes Beispiel für die Eleganz des europäischen Dekadentismus.
Chinesisches Viertel
Über 40.000 Chinesen verwandeln diesen Teil der Stadt in ein buntes und lebendiges Gebiet. Der Nankin Platz ist der zentrale Punkt des Viertels. Hier findet man neben Straßenverkäufern auch zahlreiche chinesische Restaurants, Souvenir- und Juwelierläden. Die Einwohner Kobes gehen hier oft essen. Die zwölf aufgestellten Statuen zeigen die zwölf Tierkreiszeichen des chinesischen Horoskops.
Meriken- Park
Der Begriff “Meriken” stammt aus der Meiji Zeit und bedeutet „amerikanisch“. Der Park ist eine kleine Oase nahe dem Hafen. Vom Park aus hat man einen guten Blick auf die charakteristischen Konturen des Schifffahrtsmuseums. Das Gebäude ist aus Glas und das Dach hat die Form eines Schiffes. Die im Museum ausgestellten Objekte stellen Kobe als Hafenstadt vor. Wenn man die Hafengegend überblicken möchte, kann man das am besten vom Hafenturm am Naka-Tottei- Pier aus.
Sake- Brennereien
Das Erdbeben von 1995 zerstörte viele Brennereien der Gegend, doch der schnelle Wiederaufbau hat es möglich gemacht, dass man heute wieder einige der bekanntesten Produktionsstätten besichtigen kann. Möchte man die Brennerei Kikumasamune Shuzo Kinekan besuchen, ist eine Reservierung erforderlich. Die Lagerhäuser der Brennerei wurden beim Erdbeben zwar zerstört, doch die Wassermühle blieb erhalten. Heute ist sie ein Ausstellungsraum für Brennereizubehör. In der Hama fukutsuru Ginjo Kobo Brennerei dürfen die Besucher bei der Fermentierung zuschauen. In beiden Betrieben kann man den Sake auch kosten.
Stadtmuseum Kobe
Das Museum gibt dem Besucher einen Überblick über die Geschichte der Stadt, von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ausgestellt sind Exponate aus der alten Handelskolonie Kitano-cho, eine Kollektion von Nanban Kunst aus dem 16. Jahrhundert und ein maßstabsgetreues Modell der Region. Als Nanban wurden zunächst alle Fremden bezeichnet, die aus dem Süden kamen, besonders Portugiesen, später waren alle Europäer gemeint.