2.1.4.1 Geschichte der Stadt
Die Stadt Kyoto wurde im Jahr 794 gegründet. Kaiser Kammu beschloss Religion und Staat zu trennen, da ihm der Einfluss des Buddhismus in Nara zu groß geworden war. Aus diesem Grund wurde der kaiserliche Hof in die neue Hauptstadt Heian-Kyo (Hauptstadt des Friedens und der Ruhe), dem heutigen Kyoto verlegt.
Der buddhistische Mönch Saicho (Anhänger der Tendai Sekte) wurde beauftragt einen Tempel zu errichten, den heutigen Enryakuji am Berg Hiei. Dort entstand das klösterliche Zentrum. Der Bau von Tempeln anderer buddhistischer Sekten wurde vorerst verboten.
Es heißt, dass schon im Jahr 818 ca. 500.000 Menschen in Kyoto gelebt haben sollen.
Im 11. Jahrhundert befanden sich auf dem Grundstück des Tempels über 3.000 Bauten, sie wurden als Hauptzentrum der Tendai Sekte benutzt. Der Kaiserpalast wurde durch Erdbeben und Brände immer wieder zerstört und jedes Mal wieder neu aufgebaut.
In der Heian Zeit von 794 bis 1192 fing der kaiserliche Adel an sich, mehr für schöne Künste und Luxus zu interessieren, als für die Regierungsgeschäfte, so dass es dem Samurai Clan der Taira gelangte im 12. Jahrhundert an die Macht zu kommen, doch schon 1185 wurden sie im Genpei Krieg geschlagen. Die Regierungsgewalt wurde schließlich vom Shogunat (Minamoto Yoritomo) in Kamakura übernommen. Kyoto blieb jedoch Kulturzentrum.
Aufgrund der Machtübergabe der Ashikaga wurde die Militärregierung im Jahr 1336 nach Kyoto verlegt. Es gab einen großen kulturellen Aufschwung, unter dem Kyoto erblühte. In dieser Zeit wurden viele Tempel und Gärten in Kyoto errichtet. Allerdings war die Bevölkerungslage schlecht, die Menschen litten während Ashikaga Yoshimitsus Regierungsperiode von 1361-1379 an Pocken- und Pestepedemien, sowie an Hunger aufgrund von Missernten. Zudem gab es in dieser Zeit elf schwere Erdbebeben und auch hundert Jahre später, während der Regierungszeit von Ashikaga Yoshimasa (1447-1462) war die Lage nicht besser. Die Bevölkerung rebellierte für eine gerechtere Regierung. Sogar der Adel, der zunehmend verarmte, war nunmehr gegen die Ashikaga Shogune, da sie die schlimmen Zustände der Menschen einfach ignorierten. Danach herrschten fast 100 Jahre lang bürgerkriegsähnliche Zustände, Kyoto wurde verwüstet.
Im Jahr 1598 übernahmen die Tokugawa die Macht und verlegten ihr Hauptquartier nach Tokio, das damals noch Edo hieß. Der kaiserliche Hofstaat blieb jedoch in Kyoto. 1868 wurde die kaiserliche Macht wieder hergestellt und der Regierungssitz nach Tokio verlegt, allerdings gab es in Kyoto noch weiterhin Inthronisierungszeremonien.
In der heutigen Zeit hat Kyoto durch das Kyoto Protokoll zum Klimaschutz. von 1997 wieder an politischer Bedeutung dazugewonnen.
2.1.4.2 Die Stadt heute
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Kyoto macht auf den ersten Blick den Eindruck eine japanische Stadt wie jede andere zu sein, doch das moderne Kyoto ist ein Zentrum japanischer Kultur. Das Leben hier gehorcht dem Rhythmus der Natur, dies merkt man nicht nur an den schönen Gärten der Stadt, die sich im Laufe der Jahres verändern. Auch die Kyoter Küche Kyoryori richtet sich streng nach den Jahreszeiten.
Da die Stadt halb historisch und halb modern ist, gibt es hier nicht nur berühmte Sehenswürdigkeiten zu bewundern, sondern auch neuste Technologien, ein aufregendes Nachtleben und viele Einkaufsmöglichkeiten. Das Moderne wird in Kyoto nicht durch ein Übermaß an Leuchtreklamen ausgedrückt, daher empfinden viele Touristen die Stadt angenehmer als Tokio. Trotzdem hat auch Kyoto seine schrillen Stadtviertel, die die Urlauber manchmal schmunzeln lassen.
2.1.4.3 Geographische Lage
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Kyoto liegt im mittleren Westen der Insel Honshu, 400 km südwestlich von Tokio und 40 km von Osaka entfernt. Der Talkessel ist nur zum Süden hin geöffnet, so staut sich im Sommer die warme Luft. Der nördliche Teil der Stadt wird im Winter kälter als die benachbarten Orte. Die Stadt ist im Norden, Osten und Westen von Bergen umgeben, die teilweise über 1.000 m hoch sind. So ist die Stadt vor Hochwasser und Taifunen weitgehend geschützt.
2.1.4.4 Stadtgebiete
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Kyoto ist in elf Stadtgebiete unterteilt:
2.1.4.5 Sehenswertes
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Toji- Tempel
Der Toji Tempel ist zwar nicht einer der schönsten des Landes, aber dafür durch seine Geschichte umso beeindruckender. Der altehrwürdige Tempel heißt heute Kyo-o-gokoku-ji. Er wurde von Kukai (774-835, er integrierte den Buddhismus in den japanischen Alltag) im Jahr 796 gegründet und ist seitdem die religiöse Basis der Stadt. Kukai machte aus dem Tempel das Zentrum des Shingon Buddhismus. Die heiligen Hallen des Tempels verstreuen eine Aura alter Rituale. In der Vortragshalle, die Kodo genannt wird, wird aus 21 Statuen ein dreidimensionales Mandala gebildet, in dessen Mitte sich der kosmische Buddha Dainichi Nyorai befindet, er rief die Lehre ins Leben. Die Bildnisse sind 1200 Jahre alt und jeweils aus nur einem Stück Holz gefertigt. In der Haupthalle, dem Kondo, liegt der Heilende Buddha Yakushi Nyorai mit seinen Helfern Nikko und Gakko begraben.
Der Bau wurde 1603 neu errichtet und gilt immer noch als Meisterwerk. Die 1644 erneuerte fünfstöckige Pagode des Tempels ist das Wahrzeichen Kyotos. Sie ist 55 m hoch und somit der höchste Holzbau in ganz Japan. Im Inneren der Pagode stehen vier Buddha Statuen mit ihren Schülern.
Der Gründer Kukai lebte in der großen Lehrhalle, hier befindet sich eine Statue von ihm und ein geheimer Buddha, eine Fudo- Myo- o- Statue, die nur zu besonderen Anlässen gezeigt wird.
Der Tod Kukais wird jeden Monat am 21. mit einem Flohmarkt begangen. Besucher machen eine Wallfahrt zur Lehrhalle und opfern Geld und Weihrauch.
Sanjusangen- do- Tempel
So wird der Rengeo-in oft genannt, in ihm befinden sich 1001 Statuen von Gnadengottheiten, sie schimmern im Dunkeln und stehen sich gegenüber. Dieser Anblick ist genauso Furcht einflößend, wie zauberhaft. Der Tempel stammt aus dem Jahr 1164 und ist der längste Holzbau der Welt. Den Namen bekam der Tempel durch seine 33 Lücken zwischen den Pfeilern, die man sanjusan nennt.
Am Sonntag vor dem Tag des Alters (3. Montag im September) findet im Tempel ein Wettbewerb für Frauen im Bogenschießen statt. Die Pfeile werden von dem einen Ende der Haupthalle zum anderen geschossen.
Nishi- und Higashi- Hongan- ji- Tempel
Mit den von Blumen übersäten großen Altaren, den geschnitzten Quersprossen und den glitzernden Tatami Matten, die von Millionen von Füßen schon weich getreten wurden, zeugen die höhlenartigen Tempel von der Beliebtheit und Macht der Jodo- Shinshu Schule.
Beide Tempel haben den gleichen Grundriss, dies weist auf ihren gemeinsamen Ursprung hin. Beide haben eine Gründerhalle (Goei- do) und ein Amida- do (Buddha Weg) mit einem Amida Bildnis.
Der Nishi- Hongan- ji kann viele Nationalschätze vorweisen, wie die Studierhalle, die über eine schön verzierte Kuroshoin (schwarze Studienhalle) und Shiroshoin (weiße Studienhalle) Abteilung verfügt oder den Palmfarn Garten Kokei no Niwa. Ebenfalls zu dem Tempel gehören zwei No Bühnen (No ist ein traditionelles japanisches Theater), eine von ihnen gilt als die älteste existierende Bühne. Zudem gibt es den großen Teepavillon Hiunkaku und das Chinesentor Karamon.
Zweimal im Monat ist die Shoin (Studienhalle) geöffnet, jedoch ist die Kuroshoin Abteilung nie zugänglich. Der Teepavillon ist nur am 20. und 21. Mai geöffnet. Es wird eine großzügige Spende als Eintrittsgeld verlangt, darin beinhaltet ist allerdings eine No Aufführung und eine große Schale Tee.
Die Gründerhalle des Higashi- Hongan- ji stammt aus dem Jahr 1895 und gilt noch heute als größter Holzbau der Welt. Das riesige Tor sticht einem sofort ins Auge, wenn man aus Richtung des Bahnhofs kommt.
Bahnhof Kyoto
Der Bahnhof ist eine sehr moderne Anlage, der Eingang wird von hohen Hallen, tribünenartigen Treppen und Glasoberflächen gebildet. Vollendet wurde das Gebäude erst 1997 und ist das Werk des Architekten Hara Koji. Der Universitätsprofessor aus Tokio gewann mit seinem Entwurf eine internationale Ausschreibung. Das Gebäude ist zwar ein Blickfang, dennoch beklagen einige Kritiker, dass die japanischen Traditionen nicht in den Bau integriert wurden. Steht man allerdings in der luftigen Halle, ähnelt sie sehr wohl einem typischen Kyoto Holzhaus. Im Winter ist es im Bahnhof sehr kalt und zugig im Sommer sind die Temperaturen aber angenehm.
In der Einkaufszone „The Cube“ kann man Lebensmittel und Kunsthandwerk aus Kyoto erwerben.
Nationalmuseum Kyoto
1895 wurde das Nationalmuseum vom Kaiserlichen Haushaltsamt eingerichtet. Besonders faszinierend sind die Tintenmalereien, Skulpturen und Textilien aus der Heian Zeit und buddhistische Bilder. Sonderausstellungen finden oft im Backsteingebäude statt, das aus der Meiji Zeit stammt.
Schloss Nijo
Errichtet wurde das Schloss vom Shogun Tokugawa Ieyasu und ist ein Sinnbild für den Reichtum und die Macht des frisch etablierten Shoguns. Es verfügt über weniger Befestigungsanlagen als andere japanische Burgen. Berühmt ist das Schloss besonders für die Nachtigallböden. Beim Betreten des Bodens gab dieser vogelartige Geräusche von sich, so wurde man vor Eindringlingen gewarnt. Die Empfangshallen sind mit Malereien von den besten Malern der Kano Schule verziert. Die Malereien zeigen lebensgroße Panther und Tiger in Bambushainen, Reiher und Wildgänse und Winterlandschaften, wie auch Pinien, Rad schlagende Pfauen und Schwalben im Flug.
Gion- Bezirk
Gion ist das bekannteste Geisha Viertel der Stadt. Hier gibt es alles, was der Japaner am liebsten mag: Wein, Frauen und Karaoke.
Hier gibt es aber auch den Yasaka Schrein, der 656 erbaut wurde. Die Gottheiten des Schreins sollen vor Krankheiten schützen. Im Jahr 869 wurden sie gegen eine Seuche durch die Straßen getragen, dies war auch der Anfang der berühmten Gion Matsuri Feierlichkeit, die jedes Jahr im Juli stattfindet.
Tausende Besucher kommen an Neujahr zum Schrein, um für Wohlstand und Gesundheit zu beten.
Das Einkaufszentrum erstreckt sich zwischen dem Yasaka Schrein und der Shijo Brücke. Zu kaufen gibt es hier unter anderem teures Kimono Zubehör.
Das berühmteste Teehaus der Stadt, Ichiriki ist leicht an den roten Wänden zu erkennen.
Die edelste Seite von Gion kann man im historischen Hanamikoji erleben, die Teehäuser und Restaurants sind besonders bei Firmenchefs und Politikern beliebt. Gäste, die als nicht standesgemäß angesehen werden, werden teilweise von oben herab behandelt. Ausländische Besucher sind in Gion Kobu Kaburenjo und Gion Corner (beides Stadtbezirke) mehr als willkommen.
Shoren- in- Tempel
Am Eingangstor des Tempels ranken sich die Äste des 700 Jahre alten Kampferbaums majestätisch nach links und rechts. Das gesamte Tempelgelände ist herrlich gestaltet. Es gibt einen geheimnisvollen von Kampferbäumen beschatteten moosigen Bereich, aber auch einen schönen hellen Teichgarten. Das Teehaus, das sich im Garten befindet, wurde im April 1993 angezündet. Linksextremisten haben so gegen den Besuch des Kaisers in Okinawa protestiert.
Kiyomizu- dera- Tempel
Im Gegensatz zu anderen Tempeln, die immer einer bestimmten Schule angehören, steht der Kiyomizu-dera Tempel allen offen. Schon seit über 1.000 Jahren besteigen Pilger den Hügel, um die Statue des elfgesichtigen Kannon anzubeten und Wasser aus der heiligen Quelle zu trinken. Die zur Haupthalle gehörende Veranda bietet nicht nur einen sensationellen Ausblick auf Kyoto, sie ist auch ein gutes Beispiel für die wunderschöne japanische Tischlerkunst.
Okazaki
In Okazaki gibt es den städtischen Zoo, Museen, Sportplätze, Sammlungen und einen der jüngsten und größten Schreine der Stadt, den Heian Schrein. Er wurde 1895 erbaut und sollte der Stadt wirtschaftlich und moralisch auf die Beine helfen. Hintergrund war die Verlegung der Hauptstadt nach Tokio 1868. Der Schrein orientiert sich am Stil der chinesischen Tang-Dynastie. Dies sieht man an den grünen Ziegeln und den roten Pfosten. Im Teichgarten findet man ebenfalls eine chinesische Brücke, wie auch eine reiche Iris- Bepflanzung.
Im Nationalmuseum für Moderne Kunst kann man Werke von Künstlern der Schule von Kyoto aus der Taisho und Meiji Zeit bewundern. Gegenüber befindet sich das Städtische Museum der Schönen Künste. Dort wird amerikanische und europäische Kunst ausgestellt.
Nanzen- ji- Tempel
Dieser Zen Tempel strahlt rundherum Ruhe aus. Er stand ab 1386 im Zentrum des Zen Buddhismus und kontrollierte seitdem die fünf großen Zen Tempel von Kyoto.
Die Abtgemächter werden Hojo genannt und beherbergen einen kleinen Trockengarten von Kobori Enshu (u.a. Gartendesigner), wie auch Werke der Momoyama Zeit, beispielsweise Kano Tanyus Meisterwerk „Wasser trinkender Tiger“.
Sanmon, das gigantische zweistöckige Tor wurde 1626 als Trost für die Seelen der bei der Belagerung der Burg Osaka Getöteten erbaut. Es soll Unterschlupf für Ishikawa Goemon gewesen sein. Er war ein Rebell, der der Legende nach lebend in einem Kessel gekocht wurde.
Der Haupttempel verfügt noch über zwölf Untertempel, von denen nur drei das ganze Jahr geöffnet sind. Der eindrucksvollste von ihnen ist der Konchi-in, da er ein Originalwerk von Kobori Enshu beherbergt. Das Bild zeigt Schildkröten, Kraniche, Pinien und Felsen.
Der Untertempel Tenju-an besitzt einen großen Wandel und einen eleganten Trockengarten. Beide ziehen immer wieder Besucher an.
Etwas abgeschiedener liegt der Nanzen-ji. Er wurde 1703 restauriert und steht an der Stelle, an der sich die Villa des Kaisers Kameyama befand. Vor dem Tempel steht ein Aquädukt, das eher unpassend wirkt. Für japanische Besucher ist aber genau dieses westliche Bauwerk die Hauptattraktion. Erbaut wurde es 1890 als Teil eines Kanalprojekts, mit dem die Wasserversorgung gesichert und Güter aus der Shiga Präfektur in die Stadt gebracht werden sollten. Im Bereich des Tempels gibt es Spezialitätenrestaurants, die an kalten Tagen gekochten Tofu (yudofu) anbieten, welcher für den Nanzen-ji bekannt ist.
Ginkaku- ji bzw. Silberpavillon
Der Silberpavillon heißt heute Jisho-ji und ist ein herausragendes Werk der Gartenkunst. Seine Bedeutung für die japanische Kultur ist groß, denn hier wurden No (traditionelles japanisches Theater), Tuschmalerei, Blumenkunst und die Teezeremonie zu einer hohen Kunst entwickelt.
Früher war der Tempel Refugium des Shoguns Yoshimasa (1358-1408). Sein Großvater ließ den Tempel Kinkaku-ji vergolden. Zu seinen Ehren wollte der Enkel seinen Tempel versilbern, doch aufgrund des Onin Kriegs ist es nie dazu gekommen. Zwar schimmert der Tempel nun nicht silbern, aber der Pavillon glänzt doch mit der Patina des Alters.
Kinkaku- ji bzw. Goldener Pavillon
Errichtet wurde der Pavillon von dem dritten Ahikaga Shogun (1358-1408), der schon im Alter von 37 Jahren seine öffentlichen Pflichten, aber nicht seine Macht abgab, denn er wollte Priester werden. Ursprünglich diente ihm der Pavillon als Altersruhesitz. Yoshimitsu war Anhänger des Zen Priesters Soseki und ordnete an, dass die Anlage nach seinem Tod in einen Tempel umgewandelt werden soll, mit Soseki als Abt.
1950 wurde der Original Pavillon durch ein gelegtes Feuer zerstört. Der dreistöckige Pavillon wurde detailgetreu nachgebaut und ist mit Blattgold überzogen. Gekrönt wird das Gebäude von einem Phönix aus Bronze.
Kamo- Schreine
Am nördlichen Abschnitt der Kamo steht der Schrein Kamigamo (7.Jhr.) und im Süden sein Gegenstück der Shimogamo Schrein (6.Jhr.). Beide Schreine sind dem Donnergott geweiht. Der Shimogamo liegt im Wald von Tadasu no Mori, der auch „der Wald der Lügen aufdeckt“ genannt wird. Dort spielte er eine große Rolle für den Erfolg der Reisernte. Während des Aoi Festes gibt es einen Umzug zwischen den Schreinen, sowie Bogenschießen und Pferderennen.
Der Kamigamo Schrein ist berühmt für die im Jahr 1628 wieder errichtete Haiden Halle und seine mysteriösen weißen Sandkegel.
Kitano- Tenman- gu- Schrein
Der Kitano-Tenman-gu ist Heimstatt von Tenjin-san, dem Gott des Lernens und das Grab des Heian Staatsmannes Sugawara Michizane. Sein Lieblingsbaum, der Pflaumenbaum, ist auf dem gesamten Gelände zu finden. Jeden Monat am 25. findet ein Flohmarkt statt, auf dem man sowohl Nylonstrümpfe, aber auch blau- weißes Imari- Porzellan kaufen kann. Der Schrein wird vor allem von Studenten besucht, die um Glück bei den Prüfungen bitten.
Daitoku- ji- Tempel
Der Tempel wurde 1325 gegründet und ist eng mit der traditionellen Teezeremonie verbunden. Seine Hochphase erlebte der Tempel in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts unter der Herrschaft der Kriegsherren Hideyoshi und Oda Nobunaga. Fortgeführt wird die Teetradition von den vielen Untertempeln, die über schöne Teehäuser und Gärten verfügen.
Der Zen Garten des Untertempels Daisen-in ist die dreidimensionale Version einer schwarz-weißen Landschaftsmalerei im chinesischen Sung Stil. Dargestellt in dieser Trockengartenkunst ist die Bestimmung der Menschheit, ihre Beziehung zur Natur und ihr Platz im Universum.
Der südliche Teil des Gartens besteht aus einem Forst von Ahornbäumen, die sich aus dem Moos erheben. Im Westen gibt es einen Teegarten.
Kaisergarten
Der kaiserliche Garten Kyoto Gyoen ist eine wahre Oase in Kyoto. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Higashiyama und kann unter den stattlichen Pinien Schatten suchen. Auf dem riesigen Gelände stehen der Sento Gosho, der Palast des alten Kaisers und der Kaiserpalast Kyoto Gosho.
Am südlichen Ende des Geländes ist ein Teich mit Bogenbrücke, ein Überbleibsel des Eigentums mehrerer Adelsfamilien, deren Ländereien nun Parkgelände sind. Einen guten Blick auf das majestätische Kenreimon Tor in der Südmauer des Palastes hat man von der Brücke aus. Hier hat man eine freie Aussicht auf das Tor, durch das nur der Kaiser schreiten darf. Eintrittskarten für die Gebäude des Parks kann man im kaiserlichen Haushaltsamt erwerben. Hier gibt es auch Tickets für die Villa Shugaku-in und Katsura.
Katsura- Kaiservilla
Die Villa, die 1620 erbaut und dann erweitert wurde, wird wegen ihrer Detailliertheit gerne als schönstes Beispiel für japanische Landschaftsarchitektur bezeichnet. Der schöne dazugehörige Wandelgarten wurde so angelegt, dass der Blick des Besuchers durch Trittsteine und Wege genau gelenkt wird. Sämtliche Ausblicke sind brillant geplant. Die Gartenszenen beziehen sich oft auf historische japanische und chinesische Orte. Der Garten vermittelt mit seinen poetischen Andeutungen eine Art Sensibilität.
Wer die Villa besuchen möchte, kann das nur nach Vereinbarung tun, Karten kann man in kaiserlichen Haushaltsamt im Kaisergarten kaufen.
Shugaku- in- Kaiservilla
Die Shugaku-in wird gerne als Gegenstück zur Katsura Kaiservilla bezeichnet, eine Art Ying und Yang. Dem poetischen Garten der Katsura, steht der extrovertierte und üppige Garten der Shugaku-in Kaiservilla gegenüber. Der Garten wurde vom Altkaiser Go Mizuno´o (1596-1680) angelegt und ist das Ergebnis lebenslanger Liebesmühe. Die Anlage ist in drei Ebenen geteilt, die je ein Teehaus beherbergen. Die Besonderheit ist der Weg zum obersten Teehaus, denn dieser ist so gestaltet, dass der Besucher noch bis zum letzten Moment nichts von dem Panoramablick über die Kitayama Berge ahnt, die sich wie eine Fortsetzung des Gartens erstrecken. Auch hier kann eine Besichtigung erst nach Absprache erfolgen. Ebenfalls gibt es die Eintrittskarten im kaiserlichen Haushaltsamt im Kaisergarten.
Kongo- Nogakudo- Theater
Das Theater liegt in der Nähe des Kaiserpalastes und wurde im Juni 1993 eröffnet. Früher war es in Shijo Muromachi. Zur Edo Zeit zwischen 1600 und 1868 war das No Spiel das Theater für die Kriegerkaste. So kann das Kongo Theater auf die längste Bühnengeschichte des japanischen No Spiels zurückblicken. Die Darsteller sind für ihre akrobatischen Fähigkeiten und ihr bewegliches Spiel berühmt.
Am letzten Sonntag im Monat finden Aufführungen statt. Es lohnt sich ebenfalls die Ausstellungen von No Kostümen und Masken in der Theaterlobby zu besichtigen.
Ninna- ji- Tempel
Bis zu einem Großbrand war dieser Tempel der Shongon Schule eine Anlage mit fast 60 Untertempeln. Davon zeugt noch das gigantische Fronttor mit den eindrucksvollen Nio Wächtern.
Kaiser Uda ließ diesen Tempel bauen, der früher Omuro Palast hieß. Beendet wurde der Bau 888 und wurde bis zur Meiji Zeit immer von einem kaiserlichen Prinzen geführt. Die Amida Statuen aus Holz und die Haupthalle sind Nationalschätze. Ebenfalls besichtigen sollte man die fünfstöckige Pagode und die Zwergkirschbäume, die als letzte Kirschbäume im Jahr in Kyoto blühen.
Ryoan- ji- Tempel
Die Anlage des Ryoan-ji Tempels gilt als ultimativer Ausdruck des Zen Buddhismus. Gegründet wurde der Tempel 1450 und sein Steingarten besteht aus weißem Kies und 15 Felsen. Damit man die Anlage in Ruhe erkunden kann, sollte man schon zur Toröffnung um 8.00 Uhr morgens kommen, denn später wimmelt es hier von Schülern und Erläuterungen zum Symbolismus des Gartens werden vom Band abgespielt. Die Rätsel des Gartens lassen sich daher nur beim stillen Nachdenken entschlüsseln.
Die sanfte Kontur des Teichs bildet einen schönen Kontrast zu den harten Formen des Steingartens. Der Teichgarten hat andere Konturen, da er zu einer Zeit angelegt wurde, als Zen in Japan noch nicht bekannt war.
Koryu- ji- Tempel
Wer sich für buddhistische Kunst interessiert, der kommt an diesem Tempel nicht vorbei. Er wurde 622 von einem Clan koreanischer Einwanderer gegründet. In der Schatzhalle gibt es zahlreiche Bildnisse, die bemerkenswert sind, doch am beeindruckendsten ist der Miroku Bosatsu, ein Zukunftsbuddha, der vermutlich im 7. Jahrhundert von Korea nach Japan gebracht wurde. Der sitzende Buddha ist Kyotos ältestes Bildnis und nicht nur in Japan für sein „Mona-Lisa-Lächeln“ bekannt.
Myoshin- ji- Tempel
Die Anlage des Myoshin-ji Tempels besteht aus 47 Untertempeln und wurde 1337 erbaut. Während des Onin Kriegs wurde sie zerstört und später neu erbaut. Die Zen Anlage wurde auf Befehl des Altkaisers Hanazono gebaut. Die Untertempel beherbergen viele Gemälde der Kano Schule und andere Kunstobjekte. Die Hauptbauten des Tempels sind nach alter Zen Tradition in einer Reihe angelegt. In der Vortragshalle gibt es ein großes Drachenbild von Kano Tanyu an der Decke und auch die älteste Glocke des Landes befindet sich hier.
Frei zugänglich für Besucher sind nur die beiden Untertempel: der Keishun-in, der vier Gärten und ein berühmtes Teehaus hat, sowie der Taizo-in. Dieser hat einen modernen Garten von Nakane Kinsaku und einen Trockengarten, der von Kano Motonobu entworfen wurde. Der Tempel ist auch im Besitz einer der berühmtesten Tuschmalereien, dem „Fang einen Welses mit einem Kürbis“ (1413) von Josetsu. Leider wird nur eine Kopie ausgestellt. Die Untertempel Tenkyu-in und Reiun-in haben nur an speziellen Besuchertagen geöffnet.