2.1.5    Nagasaki

2.1.5.1 Geschichte der Stadt

2.1.5.2 Die Stadt heute

2.1.5.3 Geographische Lage

2.1.5.4 Sehenswertes


2.1.5.1 Geschichte der Stadt


Die Stadt Nagasaki wurde vor etwa 1500 Jahren gegründet. Zuerst war es eine kleine Hafenstadt mit wenig Bedeutung, dies änderte sich jedoch Mitte des 16. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit kamen Forschungsreisende aus Europa in die Stadt. Ein Schiff aus Portugal kam 1542 an die Küste der Präfektur Kagoshima. 1549 erreichte der Missionar Francisco Xavier einen anderen Teil des Gebiets und bekehrte einige Daimyo (lokaler Herrscher in Japan). Der bekannteste von ihnen war Omura Sumitada. Durch seine Konvertierung zum Christen sicherte er sich den Anteil am Handel mit Schiffen aus Portugal. Mit seiner Hilfe legten 1571 portugiesische Schiffe am Hafen in Nagasaki an. So wuchs die Hafenstadt schnell und portugiesische Produkte wurden rasch in den japanischen Alltag integriert. Darunter waren Produkte wie Tabak, Tempura, und eine neue Bekleidungsmode.

Als Toyotomi Hideyoshi an die Macht als Kampaku (Regent für einen volljährigen Kaiser) kam, machte ihm der christliche Einfluss Sorge und er ließ alle Missionare vertreiben. Zudem wurden ausländische und auch japanische Christen verfolgt. Am 5. Februar 1597 ließ er 26 Christen zur Abschreckung in Nagasaki kreuzigen. Die Stadt konnte sich aber weiter entwickeln, da die portugiesischen Händler nicht geächtet wurden. Mit der Machtübernahme von Tokugawa Ieyasu verbesserte sich die Situation für Christen nicht. 1614 wurde das Christentum endgültig verbannt. In dieser Zeit der Christenverfolgung haben sich die Niederländer im Land niedergelassen und waren am Handel interessiert. Im Jahr 1641 wurde ihnen letztlich Deshima als Handelsstützpunkt zugesprochen. Bis 1855 war der Kontakt zwischen Japan und dem Ausland nur auf Nagasaki beschränkt. 1859 wurde Nagasaki Vertragshafen und viele Europäer ließen sich in der Stadt nieder. 1868 begann eine Modernisierung der Stadt und mit der Meiji- Restauration erlangte Nagasaki Dominanz im wirtschaftlichen Bereich. Besonders der Schiffsbau verhalf der Stadt zu wirtschaftlicher Bedeutung. Doch am 9. August 1945 wurde Nagasaki nach Hiroshima Opfer eines Atombombenabwurfs durch die USA. Die halbe Stadt wurde dem Erdboden gleich gemacht und mehr als 70.000 Menschen starben direkt durch die Explosion. Die Stadt wurde zwar wieder aufgebaut, jedoch vollkommen anders, als sie noch vor dem Krieg war. Tempel und Kirchen wurden neu errichtet. Auch das Christentum fand wieder starken Zulauf. Aus diesem Grund hat Nagasaki auch jetzt noch den höchsten christlichen Anteil an der Bevölkerung im Vergleich zu anderen japanischen Städten.


2.1.5.2 Die Stadt heute

nach oben

Ungeachtet wachsender Industrieanlagen präsentiert sich Nagasaki mit seinem schönen Hafen, Straßen und herrlichen Terassenhängen als blühende Stadt, deren Einwohner mit Recht stolz auf sie sind. Zwar liegen die Sehenswürdigkeiten in der ganzen Stadt verteilt, doch die gut markierten Wege und englischsprachigen Schilder machen die Orientierung nicht allzu schwer. Heute ist Nagasaki eine Stadt mit vielen Gesichtern und  internationalem Flair.


2.1.5.3 Geographische Lage

nach oben

Die Stadt Nagasaki ist sowohl die Verwaltung der gleichnamigen Präfektur, als auch deren größte Stadt mit über 450.000 Einwohnern. Sie liegt an der südwestlichen Küste der Insel Kyushu, einer Hauptinsel Japans.


2.1.5.4 Sehenswertes

nach oben

Schrein der 26 Märtyrer
1587 verbot der Shogun Toyotomi Hideyoshi das Christentum. Er hatte Angst, dass Übertritte zu politischen Intrigen und der Unterwanderung des Staates durch fremde Mächte führen würde. Als Musterbeispiel wurden im gleichen Jahr 26 renitente Christen (Ausländer und Japaner) verhaftet und auf dem Hügel Nishizaka gekreuzigt. Dies war nur der erste von insgesamt 600 dokumentierten Märtyrerfällen allein in Nagasaki.
Vom Bahnhof aus ist der Schrein nur ein paar Gehminuten entfernt. Er steht an dem Ort des Geschehens. Die Märtyrer werden dort durch eine Kapelle, ein Museum und ein Steinrelief geehrt. 1862 wurden die 26 Märtyrer vom Papst sogar heiliggesprochen. Es ist sehr bemerkenswert, dass das Christentum ohne Kirche und einer Priesterschaft im Verborgenen eine 200-jährige Phase der Isolationspolitik Japans überdauert hat.

Kofuku- ji- Tempel
Dieser Tempel war der erste Obaku-Zen-Buddha Tempel und liegt im Herzen des Bezirks Teramachi, auch als Nanking Tempel bekannt. Gegründet wurde er 1623 von einem chinesischen Priester. Das Hauptgebäude und die Buddha Halle sind im chinesischen Stil gebaut.

Sofuku- ji- Tempel
Der Tempel ist einer der drei größten chinesischen Kulturstätten in der Stadt, dessen chinesische Herkunft man schon am Eingangstor erkennt. Es ist dem legendären Tor zum Unterwasserparadies der Chinesen nachempfunden. Auf dem Tempelgelände gibt es jedoch noch ein bekannteres Tor aus der späten Ming-Periode, das zum Nationalschatz erklärt wurde.

Ein Mönch aus der Fukien Provinz hatte den Tempel mit Hilfe einiger chinesischen Einwohner 1629 gegründet. Auf dem Tempelgrund steht ein riesiger Kochtopf. Er diente der Stadt während einer der schlimmsten Hungersnöte 1682 zur Zubereitung von Schleimsuppe für 3.000 Menschen täglich.

Suwa- Schrein
Der Suwa Schrein befindet sich am Ende einer 227-stufigen Treppe auf einem bewaldeten Hügel. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Hafen. Der Schrein wurde gebaut, um den Shintoismus zu fördern und das Christentum in der Gegend endgültig auszumerzen. 1857 brannte der Originalbau ab, wurde aber wieder restauriert. Er beherbergt das Pantheon der Shinto-Götter von Nagasaki. Hier wird auch das Herbstfest Kunchi Matsuri mit Drachentänzen und Festwagen gefeiert.

Konfuzius- Schrein
Schon die zinnoberroten Wände und die gelben Dachziegel weisen dieses Gebäude sofort als Schrein des Gelehrten Konfuzius aus. Im Jahr 1893 wurde er von der chinesischen Gemeinde errichtet und durch die Atombombe 1945 zerstört. Anschließend wurde der Schrein neu aufgebaut und erweitert. Zur Erweiterung gehört seit 1982 auch das Nationalmuseum für Chinesische Geschichte. Die ausgestellten Objekte sind Leihgaben des renommierten Palastmuseums von Peking und des chinesischen Nationalmuseums.

Katholische Kirche Oura
Der französische Priester Bernard Petitjean war erster Bischof von Nagasaki. Unter seiner Aufsicht wurde die weiße Kirche mit den Buntglasfenstern 1864 für die ausländischen Gemeinden errichtet, die sich nach dem neuen Handelsabkommen in Nagasaki ansiedelten. Zuerst war die Kirche als Denkmal für die 26 Märtyrer gedacht. Das Gotteshaus ist eine der ältesten Kirchen und frühester gotischer Holzbau Japans und wird als Nationalschatz eingestuft. Neben der Kirche befindet sich ein Holzbau, der Objekte birgt, die mit der Christenverfolgung in Nagasaki in Zusammenhang stehen.

Atombomben- Museum
Im Museum werden Objekte der Stadt vor und nach dem Bombenabwurf, wie auch der Wiederaufbau präsentiert. Die Geschichte der Atomwaffen, die Chronik des Bombenabwurfs und die Entwicklung der Friedensbewegung werden sehr ausführlich geschildert. Ein besonders beklemmendes Exponat ist eine Uhr, die im Moment der Explosion stehen geblieben ist. Weitere Videos, Fotos, Objekte und Dioramen (Schaukästen, in denen Szenen nachgestellt werden) illustrieren die Katastrophe.

Friedenspark
Der Punkt, an der die Atombombe 1945 detonierte, wird von einer schwarzen Steinsäule markiert. Eigentliches Ziel waren die nahe gelegenen Werften. Bei der Explosion selbst sind 75.000 Menschen gestorben und weitere 75.000 an den Folgen. Deshalb wundert es nicht, dass die Einwohner Nagasakis zu vehementen Kämpfern für den Weltfrieden wurden und im Park mehrere Denkmäler aufstellten. Darunter befindet sich auch die neun Meter hohe Friedensstatue. Im Epizentrum stand die katholische Urakami- Kirche, 1959 wurde sie in der Nähe des Parks rekonstruiert.

Pinguin- Aquarium
Für jeden, der sich für die Bewohner der Antarktis interessiert, sollte ein Besuch des Pinguin- Aquariums auf dem Programm stehen. Hier leben sieben verschiedene Pinguinarten in einem gigantischen vier Meter tiefen Becken. Ein herrliches Vergnügen, nicht nur für Kinder.

Brillenbrücke
Ein chinesisches Vermächtnis ist die Megane bashi, die Brillenbrücke. Sie ist zwar einfach, aber kurios und deshalb auch eines der am häufigsten fotografierten Motive der Stadt. Die Brücke ist die älteste Steinbrücke Japans. Sie wurde vom Zen Priester Mozi 1634 erbaut. Ihren Namen hat sie aufgrund der Tatsache, dass die Bögen, die sich im Nakashima Fluss spiegeln, an Brillengläser erinnern. Nur zehn Minuten nördlich der Brücke findet man das Geschichts- und Kulturmuseum Nagasaki, in dem unter anderem Aufzeichnungen des Gerichts über die Kriminalität der Stadt gezeigt werden.

Holländer- Hang
Die schöne Kopfsteinpflasterstraße wurde einst von den Holländern angelegt und war das Herz der Ausländergemeinde von Nagasaki. Eine Weile lang bezeichneten Japaner alle Westler als “Holländer”, egal woher sie kamen. Ein paar der alten Holzhäuser kann man noch heute besichtigen.

Huis ten Bosch
Huis ten Bosch ist die Nachbildung eines holländischen Dorfes und einer der größten japanischen Themenparks. 1992 wurde er für 1,75 Mrd. US- Dollar errichtet. Die Hauptattraktionen des Dorfes sind Repliken von Hollands höchstem Kirchturm und eines Palastes der holländischen Königin Beatrix. Zudem wird das Bild des holländischen Dorfes durch altmodische Taxis, Kutschen und Kanalboote komplettiert.

Die Halbinsel Shimabara
Bis 1616 wurde die Halbinsel vom chinesischen Herrscher Arima regiert. In den 1880er Jahren erlebte die Insel brutale Christen Pogrome, die vom Shogunat Tokugawas ausgingen. Trotzdem wurde genau zu dieser Zeit der Thermalort Unzen ein beliebtes Urlaubsziel für Westler. Auf 700 m Höhe inmitten von Pinienwäldern kann man Erholung von der Sommerhitze finden. Im Frühling blühen hier Tausende von Azaleen und im Herbst verfärbt sich das Ahornlaub in ein schönes Rot.

Als erstes japanisches Schutzgebiet wurde 1934 der Unzen Amakusa Nationalpark gegründet. Etwas düster muten die Jigoku, die berühmten Höllen an. Das sind brodelnde Schwefelkessel, in denen nach dem Verbot des Christentums 30 Christen bei lebendigem Leibe gekocht wurden. Um die Wirkung des Wassers zu verdeutlichen, versenken ältere Frauen rohe Eier in Körben in das Wasser und bieten sie hart gekocht den Besuchern an.

Alle Preise inkl. MwSt. Irrtum vorbehalten
Copyright © 2011 Go-Japan.de powered by K&W Reisen GmbH. Alle Rechte vorbehalten.