2.1.7.1 Geschichte der Stadt
Vor 1.200 Jahren überquerte der buddhistische Priester Shodo Shonin auf seinem Weg zum Berg Nantai den Fluss Daiya und gründete in Nikko den ersten Tempel. Jahrhunderte später war Nikko ein bekanntes Zentrum für Schintoisten und Buddhisten. Der Begründer des Tokugawa Shogunats Tokugawa Ieyasu suchte sich die Stätte für sein Mausoleum aus. Als sein Enkel im Jahr 1634 das Schrein Mausoleum Tosho-gu bauen ließ, wollte er allen Rivalen die Macht und den Wohlstand des Tokugawa- Clans zeigen. Deshalb ist Nikko noch heute Synonym für Pracht.
2.1.7.2 Die Stadt heute
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Ein altes japanisches Sprichwort besagt: “Sage nicht, dass sei herrlich genug, bevor du Nikko gesehen hast”. Dies erklärt auch, warum die kleine Stadt so beliebt ist. Wer die Sehenswürdigkeiten in Ruhe genießen will, sollte sie an Feiertagen und am Wochenende meiden. Die Stadt Nikko selber ist vielleicht nicht die schönste, aber die umliegende Umgebung, die Schreine und Tempel sind traumhaft.
2.1.7.3 Geographische Lage
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Die Stadt Nikko liegt in den Bergen der Präfektur Tochigi, am Rand der zentralen japanischen Gebirgskette, ca. 140 km nördlich von Tokio entfernt. Durch Eingemeindungen erstreckt sich die Fläche der Stadt auf 1.449 km².
2.1.7.4 Sehenswertes
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Shinkyo- Brücke
Die Holzbrücke ist in roter Farbe lackiert und überspannt den Fluss Daiya an der Stelle, an der Shodo Shonin der Legende nach den Fluss auf dem Rücken von zwei Schlangen überquert haben soll. Die 1636 erbaute Brücke wurde für den Shogun und kaiserliche Boten errichtet, doch das Original wurde von einer Flut zerstört. Der heutige Nachbau stammt aus dem Jahr 1997.
Rinno- ji Tempel
Der Rinno-ji war der erste Tempel in Nikko. Er wurde 766 von Shodo Shonin gegründet und hieß früher Shihonryu-ji. Umbenannt wurde er erst im 17. Jahrhundert, als er von der Tendai Schule übernomen wurde.
Die Drei-Buddha Halle Sanbutsu-do ist die größte Halle der Stadt. In ihr befinden sich eine vergoldete Statue von Amida Buddha, Bato Kannon (pferdeköpfig) und Sanju Kannon (1.000- armig). Hinter der Halle ist eine neunfach beringte Bronzesäule, die Sorinto. Sie ist ein Zeichen für den Weltfrieden und enthält 1.000 buddhistische Schriften, die Sutren- Bände.
Eine Sammlung von Tempelschätzen aus der Edo Zeit kann man in der Schatzhalle bewundern. Hinter ihr liegt der Wandelgarten Shoyoen, der im Edo Stil angelegt ist und zu allen Jahreszeiten prachtvoll und sehenswert ist. Die Wege des Gartens führen um einen Teich, Steinlaternen und eine Steinbrücke entlang.
Die Zwillingshallen Jogyo-do und Hokke-do sind durch einen Korridor verbunden und beherbergen Buddha- Reliquien.
Futura- san Schrein
Der Schrein ist den Göttern der Berge Nyotai (weiblich), Nantai (männlich) und Taro (Kind) gewidmet. Er stammt aus dem Jahr 782 und ist der Hauptschrein einer Dreiergruppe. Die beiden anderen Schreine liegen auf dem Berg Nantai bzw. am See Chuzenji im Nationalpark Nikko. Das Tor des Futura-san ist aus Bronze und hat den Status eines wichtigen Kulturguts. Am Tor befindet sich eine Laterne aus Bronze, die in der Nacht wie ein Monster aussehen soll. Die auf ihr befindlichen Kratzer stammen von einem Samurai, der sich erschrocken haben soll.
Takinoo- Schrein
Vom Futura-san führt ein Steinpfad einen Berg hinauf durch einen Wald zum Takinoo- Schrein. Er soll einer Göttin geweiht sein. Zu diesem Schrein kommen Menschen, die auf der Suche nach Liebe sind. Der Volksglaube sagt, dass man einen Stein durch das Loch am Tor auf das Gelände werfen soll. Dann gehen Wünsche in Erfüllung.
Botanischer Garten
In diesem Garten kann man 3.000 Pflanzenarten aus der ganzen Welt und natürlich aus Japan selbst bestaunen. Der Garten gehört zum Koishikawa Garten der Universität von Tokio. Die beste Zeit für einen Besuch im Botanischen Garten ist von April bis Juni, denn dann blühen hier Iris und Stinkkohl.
Tosho- gu Schrein
Der Komplex des Tosho-gu Schreins wurde im Momoyama Stil (prächtige mit Gold verzierte Bauten aus der Momoyama Zeit; die Epoche wurde nach dem Schloss Momoyama benannt) errichtet. An dem Bau waren zwei Jahre lang 15.000 Handwerker mit Schnitzen, Bauen, Lackieren, Vergolden und Malen beschäftigt. Der Bau wurde in der Meiji Zeit zum Schrein erklärt, obwohl er einige buddhistische Elemente enthält, wie die Sutra Bibliothek, die Pagode und das Niomon Tor. Anstelle eines opulenten Opfers wurde im 17. Jahrhundert eine Japanzedern Allee zum Schrein angelegt.
Das Yomeimon Tor ist mit Blumen und Tieren geschmückt. Eine der zwölf Säulen wurde verkehrt herum geschnitzt, damit keine neidischen Geister provoziert werden. In den Nischen des Tores kann man Statuen der kaiserlichen Minister sehen.
Das buddhistische Niomon Tor wird von zwei furchteinflößenden Nio Figuren bewacht. Eine Figur hat den Mund für den ersten Buchstaben des Sanskrit Alphabets “ah” geöffnet, die andere für den letzten Buchstaben “un” geschlossen.
Die Pagode wurde von einem Feudalherrn gestiftet. Sie stammt aus dem Jahr 1650 und wurde durch einen Brand zerstört. Neu errichtet wurde sie wieder 1818. Jede der fünf Etage steht für ein Element: Erde, Wasser, Feuer, Wind und Himmel. Der Schrein steht im Nationalpark in Nikko.
Taiyuin- byo Schrein
Vollendet wurde der Schrein 1653 und steht noch heute für Eleganz. Es ist das Mausoleum des Shoguns Tokugawa Iemitsu (1603-1651), seine Asche wurde hinter dem sechsten und letzten Tor im Zedernhain beigesetzt. Am Weg zu seinem Grab steht das außergewöhnliche Kokamon Tor, das im Stil der chinesischen Ming- Dynastie gebaut wurde.
Im Honden (inneres Heiligtum) befinden sich ein vergoldeter Buddha Altar mit einer Holzskulptur von Iemitsu. Der Honden ist allerdings die meiste Zeit nicht öffentlich zugänglich.
Im Haiden (Heiligtum) finden sich Löwenbilder aus der Kano Schule (Malerschule in Japan, die von Kano Masanobu gegründet wurde) aus dem 17. Jahrhundert und Drachenschnitzereien. Lackarbeiten in goldener und roter Farbe schmücken das Äußere des Gebäudes.
In den Nischen des Nitenmon Tors stehen vier Wächterfiguren. Vorne sind die Götter Jikoku und Komoku, hinten der rote Donner- und der grüne Windgott.
Auf der Anlage befinden sich ein Trommel- und ein Glockenturm. Die Trommel steht für die Geburt (gut) und die Glocke für den Tod (schlecht).
Nationalpark Nikko
Der Nationalpark ist ein vulkanisches Hochplateau mit Thermalquellen, Seen, Wasserfällen und Sumpfland. Der Park umfasst eine Fläche von 140 ha und wurde im Jahr 1934 gegründet. Das Gebiet liegt in vier Präfekturen, in Tochigi, Niigata, Gunma und Fukushima.
Neben dem Tosho-gu Schrein gibt es hier noch den Berg Nantai und den Chuzen-ji See zu bewundern. Am östlichen Ende des Sees stürzen die Kegon Fälle 96 m in den Daiya Fluss. Der Wasserfall ist nach dem buddhistischen Prinzip der universellen Einheit benannt.
Am Chuzen-ji Tempel steht eine Tachiki-Kannon Statue. Nikko Gründer Shodo Shoin soll sie selbst aus einem Lebensbaum geschnitzt haben.