8    Reisen ohne Hindernisse - mit Handicap und im Alter sicher unterwegs

8.1 Ärztliche Versorgung

8.2 Ausflugsziele für Senioren

8.3 Behindertengerechte Ausflugsmöglichkeiten


8.1 Ärztliche Versorgung

Über die ärztliche Versorgung in Japan muss man sich keine Sorgen machen. Die Anforderung an japanischen Ärzten ist hoch. Die meisten der fast 1000 Krankenhäuser befinden sich in den Großstädten Fukuoka, Kobe, Nagoya, Tokyo, Osaka, Hiroshima, Kyoto und Yokohama. In diesen Krankenhäusern findet man auch die meisten englisch sprechenden Ärzte, mit denen die Kommunikation einfacher ist, als mit den japanisch sprechenden Ärzten.

Da die Krankenhäuser sich ihre Behandlungen bar bezahlen lassen und dies mit hohen Kosten verbunden ist, sollte man vor einer Reise nach Japan eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Falls es  zu einer Behandlung kommen sollte, kann man sich so nach der Reise, gegen Vorlage eines Beleges, die Kosten von der Versicherung zurückerstatten lassen.

Allerdings arbeiten nicht in allen Krankenhäusern englisch sprechende Ärzte. Falls man darauf angewiesen sein sollte, kann man sich bei der „Association of Medical Doctors of Asia“ erkundigen, in welchem Krankenhaus man auf solch einen Arzt trifft.

Sollte es sich nicht um eine schwere Krankheit handeln, die ärztliche Hilfe voraussetzt, kann man sich genauso gut in Apotheken beraten lassen. Auch diese sind sehr gut ausgestattet und stehen denen der westlichen Ländern in nichts nach!


8.2 Ausflugsziele für Senioren

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Da der Anteil der Senioren in Japan bei 22 % liegt und es immer mehr werden, ist diese Region sehr gut auf seine ältere Bevölkerung und somit auch auf ältere Touristen eingestellt. Für diese Zielgruppe gibt es in dem Land der aufgehenden Sonne viel zu entdecken und zu bewundern. Viele Ausflugsziele eignen sich hervorragend für Kurz- oder Tagesausflüge, auch noch im hohen Alter.

Tokio
Es dürfte für keine Überraschung sorgen, dass die japanische Hauptstadt (seit 1868) viele Attraktionen zu bieten hat. Entgegen der allgemeinen Vorstellung gibt es in Tokio nicht nur Hochhäuser und große, internationale Firmen. Diese Stadt hat auch eine beschauliche Seite, in der man ganz normal leben kann. Um sich einen Überblick über Tokio zu verschaffen, bietet sich eine Stadtrundfahrt an. Auf diesem Wege kann man sich dann gleich vormerken, was man unbedingt genauer und ausführlicher bei einem Tagesausflug unter die Lupe nehmen möchte. Da es Morgen-, Tages-, Nachmittags- und sogar Nachttouren durch die Stadt gibt, informiert man sich am besten in einem Touristeninformationsbüro über die verschiedenen Möglichkeiten.

Meji-Schrein
Es lohnt sich für jeden Touristen den Meji-Schrein zu bewundern, denn er liegt in einer herrlich schönen Grünanlage mit altem Baumbestand. Ein Teil davon beherbergt den bekannten Iris-Garten, der schon viele Maler inspiriert hat. Der Schrein wurde dem Kaiser Meji (1853-1912) gewidmet.

Asakusa-Kannon Tempel
Dieser Tempel wurde im 7. Jahrhundert gegründet, und in ihm ist die Göttin der Barmherzigkeit untergebracht, gefangen in einem Fischernetz, natürlich nur als kleine goldene Statue. Berühmt ist der Tempel allerdings für seine großen Tore mit mächtigen Laternen.

Für einen Spaziergang eignen sich die schönen Gärten und Parks in Tokio. In so einer großen und belebten Stadt erwartet man wohl nicht so viel Natur. Allerdings sollte man die Öffnungszeiten der Anlagen beachten. In der Regel sind sie von 9:00 bis 16:00 oder 17:00 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass erfolgt immer eine halbe Stunde vor Schließung.

Hama Rikyū Garden
Dieser Garten gehörte einmal zu einer kaiserlichen Villa und ist bekannt für seinen Teich aus Meerwasser, in dem es auch Ebbe und Flut gibt. Ebenfalls sehr schön sind die mit Glyzinien bewachsenen Brücken.

Kiyosumi Garden
Seine gegenwärtige Gestalt verdankt dieser Garten dem Baron Iwasaki, der ihn im Jahr 1878 erschuf. Das Highlight dort ist der Teich. Umgeben von einer Felsensammlung aus ganz Japan, beherbergt er ca. 10.000 Karpfen. Erst im Jahr 1924 wurde der Kiyosumi Garten der Stadt geschenkt.

Ueno Park
Im Ueno Park kann man nicht nur schön spazieren gehen, sondern auch in einem der sich dort befindenden Restaurants gut essen. Man kann das Theater oder ein Museum besuchen, selbst ein Zoo ist hier zu finden, ebenso der Tōshōgū-Schrein. Dieser Park ist also ein ideales Ziel für einen Tagesausflug.

Yoyogi Park
Dieser Park gehört zum Meji-Schrein, in dem man natürliche Waldstücke entdecken kann. Wer sich für die olympischen Spiele interessiert darf sich auf einige olympische Bauten freuen.

Tsukiji Fischmarkt
Für alle Frühaufsteher ist der Fischmarkt ein Muss. Hier, auf einem der größten Fischmärkte weltweit, kann man ein Angebot bewundern, das man vermutlich in dieser Vielfalt und Frische selten zu Gesicht bekommt.

Nara
Nara war in der Zeit von 710 bis 784 die erste permanente Hauptstadt des Landes und wird als Wiege der japanischen Kultur bezeichnet.

Nara Park
Dieser Park wird auch Hirschpark genannt, da hier zahme Rehe und Hirsche frei herumlaufen. Er verfügt über einen abwechslungsreichen Baumbestand und erstreckt sich auf einer Fläche von 5,3 km² . Hier kann man auch den Tempel Kōfuki-ji finden, der 710 erbaut  wurde. Er war der Haustempel der mächtigen Fujiwara Familie, die hier vom 9. bis zum Anfang des 11. Jahrhundert regierte. Auch das bekannteste Gebäude Naras steht  hier. Es ist die fünfstöckige Pagode, die sich im Teich Sarusawano widerspiegelt.

Nara Nationalmuseum
In diesem Museum findet man eine erstaunliche Sammlung an buddhistischer Kunst, nicht nur aus Nara selbst.

Tōdai- ji
Dieses Gebäude ist die Hauptattraktion in Nara, da es das weltgrößte dieser  Art aus Holz ist. Es wurde im 8. Jahrhundert erbaut, jedoch nur ein Drittel wurde im Jahr 1709 in  Originalgröße rekonstruiert. Im Gebäude selbst befindet sich eine riesige Buddhastatue aus Bronze, die zuletzt im Jahr 1692 restauriert wurde.

Nara- machi
Dieses Gebiet ist westlich des Gangō Tempels gelegen, und man kann dort viele Häuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert bestaunen. Wer einen Einblick in die traditionelle japanische Architektur bekommen möchte, der sollte sich die ästhetischen Strukturen des Imanishi- Hauses anschauen. Dort gibt es einige kleine Museen, unter anderem auch Häuser von Sake- und Tuschehändlern, die vom traditionellen Handel und dem Handwerk der früheren Zeit erzählen.

Kyoto

Kyoto war von 794 an über tausend Jahre die Hauptstadt Japans. Seit der Heian-Zeit, die sich von 794 bis 1192 erstreckte, entwickelte sich die Stadt zum Kulturzentrum und ist es noch heute. In den verschiedenen Stadtgebieten gibt es Rundwege, die einen an Tempeln und Schreinen vorbeiführen. Auch hier sollte man die Öffnungszeiten von 9:00 bis 17:00 Uhr beachten.

Das Museum der Stadt Kyoto
Dieses Muesum ist ein Muss für alle, die sich für die Stadtgeschichte Kyotos interessieren. Denn hier werden Exponate in ihrer künstlerischen Tradition von damals bis heute ausgestellt.

Schloss Nijō
Dieses Schloss wurde im Jahr 1603 von dem ersten Tokugawa-Shōgun erbaut. Bewundern kann man hier nicht nur den exakt angelegten Garten, sondern auch die wunderschöne Inneneinrichtung, die sicherlich beeindruckte Besucher entlässt.

Kyoto Kaiserpalast
Der Kaiserpalast ist eher schlicht gehalten und genau durch diese elegante Schlichtheit begeistert er Touristen wie Einheimische gleichermaßen. Das Gebäude wurde einige Male durch Brände zerstört. Das heutige Gebäude stammt zwar aus dem Jahr 1855, wurde aber im Stil der alten Zeit nachgebildet.

Kaiserliche Villa Katsura rikyū
Diese kaiserliche Villa ist eines der besten und auch schönsten Beispiele für die japanische Architektur. Aber auch die Gärten, Teehäuser und Teiche, die die die Villa umgeben, sind wunderschön und ein guter Grund für einen Besuch dort.

Vor einem Besuch der kaiserlichen Villen, Gärten sowie des Kaiserpalastes sollte man beachten, dass man sie nur mit Erlaubnis betreten  darf. Das hierfür vorgesehene Formular erhält man gegen Vorlage des Reisepasses im kaiserlichen Haushaltsbüro in Kyoto. Dadurch nimmt man automatisch an einer der kostenlos geführten Touren teil und es empfiehlt sich, die Erlaubnis schon einen Tag früher zu beantragen, um die Teilnahme daran nicht zu versäumen. Mit etwas Glück erhält man seine Erlaubnis kurz vor Tourbeginn, aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Kinder dürfen den Kaiserpalast nur in Begleitung einer über 20 Jahre alten Person besuchen, und für die Villen gilt sogar ein Mindestalter von 20 Jahren.

Kawai Kanjirō Haus
Hier kann man die Werkstatt und die Arbeiten des bekannten Töpfers Kawai Kanjirō (1890-1967) besichtigen und außerdem noch einen traditionellen japanischen Haushalt mit all seinen alltäglichen Gebrauchsgegeständen bestaunen.


8.3 Behindertengerechte Ausflugsziele


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Auch in Japan ist die Umbaubegeisterung ausgebrochen. So wurde auch hier nach und nach die Stadt behindertengerecht. Bahnhöfe wurden umgebaut, Treppen erhielten Rollstuhlrampen und Kaufhäuser sind nach Erneuerung bestens auf Rollstuhlfahrer vorbereitet.

Blinde können problemlos über die Straße gehen, denn ob eine Ampel rot ist, gibt ein Ton an.

Zudem sind Stadtkarten, Wegweiser und Geldscheine mit der Blindenschrift gekennzeichnet, sodass es auch in dieser Beziehung zu keinen Problemen kommen dürfte.

In den großen internationalen Flughäfen wie z.B. dem Kansai International Airport in Osaka,  befinden sich sowohl Aufzüge für behinderte Menschen als auch behindertengerechte Toiletten.

Japan hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert und viel für behinderte Menschen getan.

Trotz alledem ist beeinträchtigten Menschen davon abzuraten, in der Hauptverkehrszeit die Straße zu passieren. Denn gerade die Großstädte sind im Berufsverkehr sehr voll und eng und deshalb sehr schwierig zu bewältigen.

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