Umgangsformen

Der Umgang mit Japanern kann für viele Menschen eine große Herausforderung sein. Vor einem Besuch in Japan sollte man sich daher über die dortigen Umgangsformen und Sitten gut informieren. Man sollte immer bestrebt sein, sich korrekt und höflich zu verhalten. Wenn man ein paar Regeln beachtet, ist es sehr unwahrscheinlich, dass man unangenehm auffällt.

Spricht man mit einem Japaner, sollte man Körper- oder Augenkontakt zum größten Teil vermeiden und auch bei der Begrüßung wird sich nicht die Hand gereicht. Eine leichte Verbeugung oder ein leichtes Nicken reichen aus. An seinen eigenen Namen sollte man nie den Zusatz „san“ anhängen. Dies ist unhöflich. Nur beim Namen des Gesprächspartners ist es eine Form der Höflichkeit (Bsp.: Yamoto-San, dt. Sehr geehrter Herr Yamoto). Bei jungen Damen wird ein „chan“ angehängt, bei jungen Herren ein „kun“. Möchte man mit jemandem eine Unterhaltung beginnen, darf man ihn nicht einfach zu sich rufen. Es zeugt von Anstand, wenn man sich zu der Person begibt und erst dann mit ihr spricht. Zudem wird es als sehr unhöflich angesehen, wenn man an seinen Fingernägeln kaut, sie im Beisein anderer säubert oder in den Mund nimmt. Ebenfalls sollte man in der Öffentlichkeit nicht niesen oder sich die Nase putzen. Um dies zu tun, sollte man sich kurz auf die Toilette zurückziehen. Bietet man einem Japaner seine Hilfe an, muss man sich nicht wundern, dass diese nicht angenommen wird, auch wenn der Gefragte wirklich Hilfe gebrauchen könnte. In Japan ist es ein Zeichen von Höflichkeit, wenn man angebotene Hilfe ablehnt.

Ist man bei Japanern zu Hause eingeladen, sollte man sich besonders gut benehmen, denn eine Einladung in die eigenen vier Wände wird nur sehr selten ausgesprochen. Normalerweise werden Gäste in ein Restaurant eingeladen. Auch beim Essen sind einige Dinge zu beachten. Traditionell werden in Japan Stäbchen für das Essen verwendet. Man sollte diese jedoch niemals in den Reis stecken oder quer über die Schale legen. Wenn man sie gerade nicht gebraucht, muss man sie neben der Schale ablegen. Stehen auf dem Tisch Speiseplatten für alle, ist es ebenfalls unhöflich, seine Stäbchen dort abzulegen oder mit den eigenen Stäbchen im Essen herumzustochern. Wichtig ist es zudem, seinen Reis ganz aufzuessen, denn es ist ein wichtiges Nahrungsmittel, das nicht verschwendet werden sollte. Üblich ist es auch, sich selbst nie Getränke nachzuschenken, wohl aber seinem Tischnachbarn, der wiederum schenkt einem selbst dann auch nach.

In der Öffentlichkeit ist es tabu, Zärtlichkeiten auszutauschen oder Händchen zu halten. Dies wird in Japan nicht gerne gesehen. Will man Personen fotografieren, sollte man sie vorher unbedingt um Erlaubnis fragen.

Die Unterhaltungen mit Japanern sind von Respekt geprägt. Es wird stets darauf geachtet, den Gesprächspartner nicht bloßzustellen. Ebenfalls werden Themen gemieden, die das Gespräch negativ beeinflussen könnten. So spricht man am besten über sein Privatleben oder macht positive Äußerungen über Japan. Mit diesen Themen liegt man nämlich immer richtig. Man sollte sich jedoch nicht wundern, wenn ein Japaner mitten im Gespräch mit seiner rechten Hand vor seinem Gesicht wedelt. Dies bedeutet lediglich „Nein“.

In der japanischen Kultur spielen Geschenke und deren Austausch eine große Rolle. Dabei kommt es nicht auf den Wert der Geschenke an, ein paar Blumen oder Süßigkeiten reichen völlig aus. Japaner freuen sich besonders über typische Dinge aus dem Heimatland des Besuchers.

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